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Windows 7: Ab auf die VHD Teil 2
Wie kommt nun das bisherige "Livesystem", das von der phyiskalischen Platte startet, in eine VHD?
Auf den ersten Blick ganz einfach, man nehme einfach disk2vhd von Mark Russinovich. Die Bedienung ist simpel:
Bei "VHD File Name" tragt ihr den Pfad ein, in dem die VHD erstellt werden soll, unten hakt ihr die Platte(n) an, die in der VHD landen soll. Nach dem Klick auf Create ist wieder ein wenig Geduld gefragt, bis die VHD erstellt ist. Die enstandene VHD-Datei hatte in meinem Fall eine Größe von ~55GB und passte somit theoretisch problemlos auf die Platte.
Soviel zur Theorie, die Praxis sieht anders aus: Die VHD-Datei ist nur ein Container, der sich via Datenträgerverwaltung oder etwas komfortabler mit VHD Attach mounten lässt und dann mit der _vollen_ Größe der Ursprungplatte zur Verfügung steht - in meinem Fall waren das die vollen 250GB, die die Platte groß ist.
Follow up:
Die VHD lässt sich problemlos mit bcdedit als Bootquelle einbinden, allerdings pumpt Windows 7, wenn es davon gebootet wird, die VHD-Datei auf die volle Größe auf. Wer genügend Reserven auf der Platte hat, hat damit kein Problem, bei mir sprengte das allerdings den Rahmen und das System bootete nicht (Reboot-Schleife).
Es galt also, die Partitionen innerhalb der VHD-Datei anzupassen, womit ein 3rd Party Tool wie gparted ausfällt - damit bekommt man die VHD ja nicht eingebunden. Bleibt also nur Windows 7 selbst, entweder via Datenträgerverwaltung oder via diskpart. Auf meiner Platte befanden sich beim Erstellen der VHD zwei Partitionen: 132GB am Anfang und nochmal 100GB dahinter. Das Betriebssystem lag in der ersten Partition, also konnte ich die zweite Partition vollständig löschen.
Da die VHD ja erst erstellt wurde, nachdem bereits ein zweites System via VHD ans Laufen gebracht wurde, lag dessen VHD-Datei ebenfalls in dieser Partition und konnte ebenfalls gelöscht werden. Die Boot-Partition mit ihren 100MB kann aus der VHD ebenfalls entfernt werden, alles mit dem Ziel, die verbleibende Partition möglichst klein zu bekommen, dazu hatte ich auch die temporären Dateien in den Userprofiles gelöscht usw.
Wenn das erledigt ist, schlägt die Stunde von VHD Resizer, einem Tool, das VHD-Dateien verkleinern kann (sofern die Datei wie oben beschrieben vorbereitet wurde).
Die vorbereitete VHD muss nun erstmal "detached" werden, damit VHD Resizer sie verkleinern kann. Als Source VHD wird die vorbereitete VHD ausgewählt, als Destination bestenfalls gleich den Pfad wählen, von dem aus später auch gebootet werden soll. Ich habe als Type "Dynamic" gewählt und meine VHD auf 60GB geschrumpft. Damit passte sie dann problemlos auf die vorhandene Platte und ich konnte den Bootmanager entsprechend abändern. Eine Anleitung dazu findet sich auf unawave.de.
Die Verwendung von BCDEdit und anderen Tools kann ich nicht empfehlen, da diese Tools mit den VHD-Dateien nicht wirklich umgehen können und teilweise ganz schönen Mist in den Bootmanager schreiben. Hier ist wirklich Handarbeit in der Shell mittels bcdedit angesagt.
Meine Systeme booten nun beide aus VHDs und "sehen" sich gegenseitig nicht. Auf beiden Systemen taucht natürlich das Laufwerk im Explorer auf, auf dem die VHD-Dateien liegen; hier kann man sich z.B. einen Ordner für den Datenaustausch zwischen beiden System anlegen oder portable Software "installieren", die dann von beiden Systemen aus genutzt werden kann.
Warum solch ein Aufriss?
Neben der technischen Machbarkeit des ganzen ging es mir in erster Linie darum, die Sicherungs- und Migrationsfähigkeiten der Systeme zu verbessern. Unter System A erstelle ich ganz einfach ein Vollback von System B, in dem ich einfach dessen VHD-Datei irgendwohin kopiere. Geht z.B. beim Testen was schief, einfach die Kopie zurückschreiben und gut. Teure Image-Programme braucht dafür niemand mehr und das Handling ist noch einfacher als mit der bordeigenen Image-Sicherung und dem Systemreparaturdatenträger.
Ein "portables" Windows bekommt man so leider nicht. Zwar kann man die VHD auf jedem anderen Windows 7-System in den Bootmanager einbinden, bei abweichender Hardware kann es aber zu Bluescreens kommen. Eine erneute Aktivierung ist aber auf jeden Fall angesagt. Die VHDs lassen sich aber z.B. problemlos in Virtual PC einbinden oder via Hyper-V booten.
Ein Wermutstropfen der ganzen Geschichte:
Bisher ist es mir nicht gelungen, beide Systeme brauchbar zu verschlüsseln, weder mit TrueCrypt noch mit kostenpflichtigen Lösungen anderer Hersteller. Diese unterstützen zwar alle Dualboot-Lösungen, benötigen allerdings _immer_ ein System, das direkt von einer physischen Platte läuft. Aber ich gebe nicht auf... ;-)
6 Kommentare
Ganz cooler Bericht. Leider habe ich nur Professional im Moment, und das darf ja nicht nativ aus einer VHD booten. :(
Und jetzt weiß ich auch, warum der Anwender das erst nach Eingabe der Lizenznummer, also NACH der Installation erfährt. ;) MS entscheidet erst dann, welche Version es eigentlich installiert hat. ;) Und erst dann beschließt Windows, dass es das nicht erlauben will, aus einer VHD zu booten. Ganz ehrlich, Idioten. ;)
Ich war mir auch vor 7 schon der Tatsache bewusst, das es kostenlose Imager gibt. Unter XP (Vista-Crap lief bei mir nie produktiv) habe ich dennoch zu TrueImage gegriffen, weils einfach komfortabel und zuverlässig war. Deren Notfallmedium setze ich btw immer noch ein um sysprep-Images zu schaufeln.
Warum das Booten aus ner VHD der Ultimate|Enterprise vorbehalten bleibt, wissen wohl wirklich nur die Marketing-Strategen. Windows 7 ist ein großer Wurf geworden, aber an manchen Stellen "klemmt" es dann halt doch.
Ich verwende durchaus auch TrueImage, auch bei mir das zuverlässigste Tool, immer im Wechsel mit Partimage.
Aber TrueCrypt nur in einer alten Version, die es irgendwann man irgendwo kostenlos gab.
Du verwechselst das nicht grad mit TrueImage, das in älteren Versionen als Zugabe bei manchen Zeitschriften beiliegt?
Wenn die Buchstaben anfangen, auf dem Monitor hin und her zu laufen, is Zeit fürs Bett. ,-)
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